Anämie
(Blutarmut)
I
 
Was versteht man denn unter einer Anämie?
Eine Anämie ist eine Blutarmut, die Verminderung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) oder des Anteils der roten Blutkörperchen (Hämatokrit) im Vollblut unter den unteren Normalwert einer vergleichbaren Bevölkerungsgruppe. Sie verursacht vor allem eine Störung des Sauerstoff-Transports und eine Verminderung der sauerstoffabhängigen Leistungen. (nach Roche)
Wir beschäftigen uns intensiv mit einer bisher verkannten (= nicht wahrgenommenen) Form der Anämie, wie sie bei Herzinsuffizienz (Herzschwäche) auftritt, der „Verdünnungs- Anämie“. Bei dieser Form der Anämie liegt nicht wirklich ein Mangel der roten Blutkörperchen vor, wie bei allen anderen Formen, sondern hier handelt es sich um den Sonderfall einer Pseudo- Anämie.
Wenn in einer Suppenschüssel eine bestimmte Anzahl von Linsen enthalten sind und man schüttet einen Liter Wasser dazu (weil noch Gäste aufgetaucht sind), dann hat man zwar weniger Linsen in jedem Löffel, aber die Gesamtzahl der Linsen ist unverändert. Ähnlich ist dies bei der Herzinsuffizienz, die zur Pseudo- Anämie (= scheinbare Anämie) führt.
Bei der Herzleistungsschwäche versucht der Organismus, die Leistungsfähigkeit des Herzens dadurch zu verbessern, dass das Blutvolumen durch zurückhalten von Wasser vermehrt wird. Ziel dieser Wasseransammlung ist es, das Herz mit mehr Blutvolumen zu füllen, weil es dann leistungsfähiger ist. Ist dieser Mechanismus einmal auf den Weg gebracht, kann der Körper selbst ihn kaum mehr stoppen.
Dies liegt vornehmlich daran, dass die vermehrte Blutvolumenmenge letztlich die Herzarbeit erhöht und das Herz im Liegen stranguliert wird. So kommt es zu einer Ansammlung von ganz erheblichen Wassermengen im Blut und zu einer so starken Verdünnung, dass alle möglichen Blutbildungsstörungen oder sogar Blutverfall angenommen wird.
Viele Patienten werden deshalb unnötig durch die „diagnostische Mangel“ gedreht. Wir haben ein Merkmal herausgefunden, was die Herzinsuffizienz bedingte Anämie von allen anderen Formen unterscheidet. Im Rahmen unserer neuen, modifizierten blutvolumengesteuerten Diagnostik führen wir den von uns neu entwickelten Doppelhämatokrit (= arterielle und venöse Blutuntersuchung zur Feststellung des Anteils der roten Blutkörperchen) durch. Dabei wird die Konzentration der roten Blutkörperchen im Verhältnis zum Gesamtblutvolumen sowohl im venösen Blut als auch im kapillaren (aus der Fingerbeere gemessen).
Während im Normalfall der venöse (= sauerstoffarmes Blut) Hämatokrit (= Anteil aller roten Blutkörperchen an der Blutmenge) 0,5 bis 0,8 Punkte über dem kapillaren (= sauerstoffreiches Blut) liegt, tritt bei der Anämie bei Herzinsuffizienz vornehmlich eine Verdünnung des venösen Blutes auf und damit wird der venöse Hämatokrit niedriger als der kapillare. In Extremfällen kann die Differenz mehr als 5 Prozentpunkte betragen, es könnte also der kapillare Wert zum Beispiel 36 % sein und der venöse 28 %, ohne dass überhaupt eine echte Anämie vorliegt. Wird die von uns entwickelte und modifizierte Blutvolumentherapie durchgeführt, kommt es sehr rasch zu einer Normalisierung der Pseudo -Anämie (= scheinbare Anämie) und damit der Hämatokritwerte.
Wir sehen diese Form der Pseudo- Anämie ganz häufig bei jungen Frauen, welche die Regelblutung noch haben und die über die Blutvolumenvermehrung an einem Bad Nauheimer Herz-Innendruck-Syndrom leiden, ohne dass dies erkannt wird. Die Diagnose der Pseudo- Anämie der jungen Frau ist für viele junge Frauen ganz wichtig, besonders wenn es in der zweiten Phase des Zyklus durch das weibliche Hormon Progesteron zu ganz erheblichen Flüssigkeitsansammlungen im weiblichen Körper kommt.
Für uns ist dieses Problem durch die Anwendung der von uns entwickelten neuen diagnostischen und therapeutischen Methoden der neuen, sanften, ganzheitlichen Kardiologie in einer bisher nicht gekannten Form zu lösen. Auf kaum einen anderen Gebiet ist eine so eklatante Hilfe in teilweise kurzer Zeit möglich, was sich sehr segensreich für die Patienten auswirken kann.
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ganzheitliche Kardiologie
EKG-Diagnostik
Wir analysieren den "Ist"-Zustand und erarbeiten zusammen mit dem Patienten den optimalsten "Soll"-Zustand.
Mit unserer neuen, sanften, ganzheitlichen Kardiologie und den damit verbundenen feineren Mess- und Therapiekontrollmöglichkeiten (siehe auch neue EKG -Diagnostik) sind wir in der Lage, eine Anämie frühzeitig zu diagnostizieren und zu therapieren.

 

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