Aortenstenose
I
Im Gegensatz zur Aorteninsuffizienz macht die ausgeprägte Aortenstenose eine deutliche Herzsymptomatik mit frühzeitiger Luftnot und deutlicher Angina pectoris (= minderdurchblutungsbedingte Herzbeschwerden).

Bei der Aortenstenose liegt in der Regel eine abgelaufene Herzklappenentzündung mit anschließender Verkalkung vor. Die Verkalkung bewirkt, dass die Aortenklappentaschen beim Blutauswurf den Strömungsweg nicht mehr frei machen können, sondern als zunehmendes Hindernis den Ausflusstrakt verstopfen. Entsprechend wird die Herzarbeit immer größer und größer. Schließlich herrscht im Herzinneren ein immenser Druck (Kammerhochdruck), während der an den Armen gemessene Blutdruck normal oder niedrig sein kann. Beim Patient zeigen sich zwei Symptome :

1. der durch die Aortenstenose bedingte hohe Blutdruck drückt besonders in der Nacht, wenn das Blutvolumen durch
das Hochliegen der Beine vermehrt ist, auf die Herzinnenschichten und bewirkt dort eine zunehmende
Durchblutungsstörung im Herzinnenschichtbereich (siehe Bad Nauheimer Herz-Innendruck-Syndrom). Nach
unseren Erfahrungen führt dies zum Auftreten von Spätpotentialen (= Potentialschwankungen, die im EKG am Ende des
QRS-Komplexes innerhalb der ST-Strecke, der T-Welle oder während der Diastole auftreten) und die Patienten sind von einem
nächtlichen Sekundenherztodrisiko bedroht.

2. die Aortenstenose bewirkt eine unter Umständen schwere Durchblutungsstörung am Herzen, weil die Zunahme der
Herzwanddicke automatisch einen höheren Sauerstoffbedarf fordert, und zum anderen auch die Durchblutung in
den Herzkranzgefäßen nachlässt. Das Schlagvolumen des Herzens verringert sich und der eigentliche Motor
der Herzkranzdurchblutung, die Hauptschlagader, erhält nicht mehr ausreichende Mengen an Blut und Energie .

Der Patient mit Aortenstenose muss sich sehr stark vor einer körperlichen Überlastung hüten. Dieser Punkt kann gar nicht ernst genug genommen werden. Das Nachlaufen beim startenden Bus, Hetze beim Laufen oder Tragen eines Koffers können bereits zu der gefürchteten Synkope (= anfallsartige, kurzdauerende Bewußtlosigkeit infolge Minderdurchblutung des Gehirns) der Aortenstenose führen.

Vermutlich kommt es durch die starke Sauerstoffnot am Herzen durch die relative Überbelastung zu einem Koronarspasmus (= Verengung der Herzkranzgefäße) und oder zu schweren Herzrhythmusstörungen, was den Kreislauf momentan zusammenbrechen läßt.

Patienten mit Aortenstenose müssen ganz dringend gut kardiologisch betreut werden. Sie sind hochgradig gefährdet. Bei Patienten mit Aortenstenose wird sofort eine vorsichtige, modifizierte Blutvolumentherapie eingeleitet, die den gefährlich hohen Druck von den Herzwänden nimmt. Vorsichtig muss die Therapie deswegen sein, weil ein ausreichender Betriebsdruck aufrecht erhalten bleiben muss.

Gelingt es nicht, den übermäßigen Blutflüssigkeitsdruck von der Herzinnenwand zu nehmen, bleibt der Patient symptomatisch (= Krankheitszeichen betreffend) und muss einem operativen Aortenklappenersatz zugeführt werden.

 

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