Absolute Arrhythmie
I

Unser Konzept:
„Nimm Herz und Hirn selbst in die Hand"
wurde geschaffen, um auch Ihnen zu helfen, die wichtige Frage zu beantworten: Was kann ich tun, um mich selbst vor einem Schlaganfall so gut wie möglich zu schützen?

Ein Schlaganfall kann auf zwei Arten zustande kommen:

1. durch eine Blutung ins Gehirn (hämorrhagischer Insult)
2. durch akuten Blutmangel im Gehirn (ischämischer Insult)

Die Funktion des Herzens, die Zusammensetzung des Blutes und das Wohlergehen des Gehirns sind viel stärker und unmittelbarer miteinander verknüpft als angenommen. Probleme des Herzens muss das Gehirn mit ausbaden. Dies gilt auch bezüglich der Fließfähigkeit des Blutes. Eine Herz-Kreislauf-Erkrankung z.B. wird häufig durch eine Aktivierung des Sympathikus* hervorgerufen. Diese Aktivierung entsteht unter anderem durch zu viel Blutmenge, Blutflüssigkeitsdruck, Unterzuckerung, bei Schwermetall- und Giftbelastung, nicht ausgeschiedenen Stoffwechselprodukten sowie Gefäßspasmen (= Gefässverengungen).

* Der Sympathikus ist ein zum vegetativen, unwillkürlichen Nervensystem gehörender Nerv, der im Notfall aktiviert wird
und für die Engstellung der Gefäße verantwortlich ist.
Weswegen bedarf es eigentlich eines eigenen Programms gegen den Schlaganfall? Ist es denn nicht selbstverständlich, werden Sie sich fragen, dass man geschützt und auf der sicheren Seite ist, wenn der Cholesterinwert niedrig ist oder mit Medikamenten gesenkt wird oder wenn man sogar noch Aspirin® nimmt, um das Blut zu verdünnen? (siehe auch unseren Artikel Herzmittel)
Nein, nein, nein und abermals nein, es ist meistens nicht genug und andererseits auch vielleicht nicht immer günstig, denn auch cholesterinsenkende Medikamente können krankmachen, wenn man sie nicht verträgt. Und dass Aspirin® das Blut verdünnt, ist ein Ammenmärchen, das aus der medizinisch-babylonischen Sprachverwirrung stammt.
Offensichtlich macht es bei flüchtiger Betrachtung Probleme, zwischen der Viskosität, also der Fließfähigkeit des Blutes und der Gerinnung bzw. der Gerinnungsfähigkeit des Blutes zu unterscheiden. Der Begriff „dünnes Blut" unterstellt aber eine gute Beweglichkeit, eine geringe Zähflüssigkeit. Darauf aber hat Aspirin®, wenn man genau hinschaut, primär gar keinen Einfluss.

Und das ist auch das Problem des Schlaganfall 's: Wir haben die Mittel, ihn zu besiegen, aber es wird zur Zeit oft nicht genau genug hingeschaut. Der Text, der jetzt folgt, ist eine vielleicht nicht ganz leichte Kost. Er ist für den geschrieben, dem seine körperliche Unversehrtheit so viel wert ist, dass er genauer informiert sein möchte, zumal es um sein Leben, zumindest aber um seine Lebensqualität gehen könnte. Es ist nicht für den geschrieben, der tatenlos das Schicksal oder den Zufall walten lassen möchte, auch nicht für den Voreingenommenen und schon gar nicht für den, der nicht gewohnt ist, selbstständig und eigenverantwortlich zu denken. Aber der Wissensdurstige, der Mitdenker und der kritisch Denkende, die werden ihre Freude und eventuell einen unendlichen Nutzen haben. Es geht um viel, es geht um alles, es geht um die Lebensqualität auch und gerade auch in den späteren Lebensjahren.

Nur wer den Gegner kennt, hat eine Chance
Es gehört zu den ganz schlimmen Dingen im Leben, wenn ganz plötzlich die körperliche und zum Teil auch geistige Unversehrtheit abhanden kommt, wenn man sich nicht mehr selbst helfen kann und auf andere angewiesen ist.

Etwas Wertvolleres als unseren Kopf haben wir nun mal nicht. Was beim Schlaganfall so hart trifft, ist die Tatsache, dass das Geschehen in der Regel plötzlich eintritt, dass sich der Mensch total machtlos fühlt und auch keinerlei Möglichkeiten hat, sich in irgend einer Weise zu wehren. Gerade der ältere Mensch hat dann auch nicht mehr die Kraft und Ausdauer, den Kampf mit diesem heimtückischen Gegner aufzunehmen, um das Schicksal noch einmal zu wenden. Bei keiner der großen Geißeln der Menschen ist das sich rechtzeitige Kümmern, die Prävention, so wichtig und angezeigt, und bei keiner können die frühzeitigen Maßnahmen auf der anderen Seite so erfolgreich sein, wenn man sich wirklich dieser Thematik annimmt.


Während bei vielen Themenkreisen eine Abhilfe nur mit einem enormen Aufwand zu haben ist, lohnt es sich heute, sich um die so zentralen Themen wie Herz und Hirn selbst zu kümmern, weil man vieles selbst erreichen kann. Es gilt das Motto: Nimm Herz und Hirn selbst in die Hand. Das soll nicht heißen, dass sich nicht einer findet, der in Teilbereichen kompetent helfen kann, das ist ja selbstverständlich und auch dringend erforderlich. Aber bei wichtigen Dingen sollte man auch selbst agieren. Man sollte die Regie nicht aus der Hand geben und die ganz wichtigen Dinge selbst mit entscheiden. Dazu muss man informiert sein. Seien Sie es!

Ursachen des Schlaganfall ´s und ihre Verbindung
Herz und Hirn, die Funktion des Herzens und das Wohlergehen des Gehirn sind auf das engste miteinander verknüpft. Wenn das Herz Probleme hat, muss es das Hirn ausbaden.


a) Schlaganfall infolge gestörter Herzleistung und Hirnfunktion
Wenn das Herz rast, gibt das Hirn Schwindel an. Wenn es zu langsam schlägt auch. In beiden Fällen ist die Herzleistung, das Herzminutenvolumen (= die vom Herz pro Minute ausgeworfene Blutmenge) reduziert, das Hirn muss mit weniger Sauerstoff auskommen, was es nicht kann, jedenfalls nicht lange.
b) Die Fließfähigkeit des Blutes und die Hirnfunktion
Das Hirn ist auch davon abhängig, von welcher Qualität das Blut ist, das es bekommt. Dabei ist der schon genannte Sauerstoff nur eine Größe. Ganz entscheidend auch ist die Fließfähigkeit des Blutes. So kann es für die Ernährung des Gehirns entscheidend sein, ob es sich z.B. um das wirklich dünne Blut der jungen Frau handelt, die ihr Blut durch die Regelblutungen immer wieder auffrischt oder um das in der Tat angedickte, zähflüssige Blut eines Rauchers oder eines Patienten mit einer Eisenstoffwechselstörung.
c) Schlaganfall infolge einer Schädigungen des Gehirns durch Blutklumpen und Bröckchen
Das Blut enthält auch gröbere Verunreinigungen wie z.B. einen Blutbrocken, einen Embolus, welcher die Transportwege zu Gehirnteilen u. U. blockiert. Dann kann es ernst werden, weil hinter der Verstopfung eine Unterversorgung eintritt und sich ein Infarkt ausbilden kann.
d) Schlaganfall infolge einer Schädigung des Gehirns durch Gefäßspasmus der Hirngefäße
Nicht immer ist es eine Verstopfung, wenn das Blut nicht mehr fließen kann. Manchmal kommt es auch im Hirn wie am Herzen zum Zusammenziehen der Blutgefäße, zu einem Spasmus (= Verkrampfung / Verengung), der die Versorgung schlagartig lahm legen kann. Ein solches Problem macht z.B. der hohe Blutdruck, wenn insbesondere der diastolische Wert überhöht ist. Das besagt nämlich, dass der Druck in den Hirngefäßen sehr hoch ist und damit die Gefäße sehr eng, dann kann nicht genügend Blut durch. Auch Menschen, die nicht an Hypertonie hohe Blutdruck, wenn insbesondere der diastolische Wert überhöht ist. Das besagt nämlich, dass der Druck in den Hirngefäßen sehr hoch ist und damit die Gefäße sehr eng, dann kann nicht genügend Blut durch. Auch Menschen, die nicht an Hypertonie (= zu hohem Blutdruck) leiden, können bei starkem Stress, also bei einer hohen sympathikotonen (= Verschiebung des Gleichgewichts zugunsten des antriebsfördernden Teils des vegetativen Nervensystems) Aktivierung, einen Spasmus (= Verkrampfung / Verengung) in den Hirngefäßen entwickeln.
e) Schlaganfall infolge einer Schädigung des Gehirns durch zuviel Blutflüssigkeitsdruck und direkte Einblutung
Hier liegt die größte Gefahr für das Hirn und für das Überleben. Und hier ist auch die Therapie am schwierigsten. Die Hirnblutungen zu vermeiden ist unser dringendes Anliegen. Die Gefahr entsteht vor allem dadurch, dass nicht nur ein hoher Blutdruck vorhanden ist, sondern diese Menschen haben auch viel Blutvolumen. Die Therapie muss, wie weiter unten ausgeführt, vor allem in der Reduktion der Blutmenge bestehen. Unserer Ansicht nach sind alle diejenigen gefährdet, die schon morgens vor dem Aufstehen einen überhöhten Blutdruck haben und bei denen der Tag-Nacht-Rhythmus im Blutdruckprofil aufgehoben ist.
f) Schlaganfall infolge einer Schädigung durch Verkalkung der äußeren und inneren hirnversorgenden arteriellen (= sauerstoffreichen) Gefäße
Wenn die zuführenden arteriellen Halsarterien verengt sind, kann die Durchblutung wesentlicher Hirnareale problematisch werden. Allerdings haben die neueren Untersuchungstechniken die Diagnostik in letzter Zeit sehr erleichtert. Eine frühzeitige Operation im Bereich der Halsschlagadern kann gut helfen, ist aber auch heute noch nicht ohne Risiko. Operationen an den inneren Hirnarterien sind nach wie vor so gut wie unmöglich und werden nur im Einzelfall bei besonders bedrohlichen Erkrankungen wie z.B. einem Aneurysma (=Gefäßaussackung) einer Hirnarterie mit relativ hohem Risiko durchgeführt.
g) Schlaganfall infolge einer Schädigung des Gehirns durch Unterzuckerung
Es kommen aber auch dann nicht genug Nährstoffe am Hirn an, wenn sie das Blut einfach nicht in ausreichender Konzentration enthält. So kann das Hirn sehr stark unter einer Unterzuckerung leiden, wenn Insulin gespritzt worden ist, ohne adäquat zu essen, oder es wurden relativ zuviel zuckersenkende Tabletten eingenommen.
h) Schlaganfall infolge einer Schädigung durch Schwermetalle (wie Eisen- und Kupfer) oder Gifte
Wenn das Blut Gifte enthält, leidet das Gehirn wegen seiner starken Durchblutung auch mehr als andere Organe. Ganz fatal kann sich z.B. eine angeborene oder erworbene Eisen-Stoffwechsel-Störung bemerkbar machen. Es wird dann nicht nur Eisen in das Hirngewebe eingelagert, was stark schädigend wirkt, sondern es kommt durch den hohen Eisengehalt auch zur überstürzten Blutbildung, was eine Zähflüssigkeit, eine hohe Viskosität, und schlechte Beweglichkeit des Blutes bewirkt. Bei den Giften für das Gehirn ist in erster Linie der Alkohol anzusprechen. Diese Geißel der Menschheit macht vor keinem Organ Halt, insbesondere ist aber das Gehirn mit seinen empfindlichen Strukturen gefährdet. Allerdings sind direkte Schlaganfälle keine typischen Auswirkungen des Alkohols.
i) Schlaganfall infolge einer Schädigung durch Einlagerung von Stoffwechselprodukten
Wenn der Organismus zuviel und ungewöhnliche Stoffe, z.B. Eiweißstoffe, Paraproteine (= eiweißähnliche Stoffe), produziert, kann es zur Einlagerung dieser Stoffe im gesamten Körper kommen, was sich im Hirn besonders schwer auswirkt. Früher war man gegen solche Einlagerungen machtlos. Heute kann man durch Plasmaseparation (= herausfiltern eines Stoffes aus dem Blut) die pathologischen (= krankmachende) Stoffe entfernen, ohne dabei die roten Blutkörperchen mit zu verlieren.
zu a) Schlaganfall infolge gestörter Herzleistung und Hirnfunktion
Es ist unstrittig, dass eine gute Hirnleistung an einen guten Kreislauf gekoppelt ist. Und es kann zu enormen Problemen des Gehirns führen, wenn der Kreislauf stockt, weil das Herz rast oder zu langsam schlägt. So kann ein Mensch stark in seinen Hirnleistungen nachlassen, wenn das Herz ernsthafte Probleme wie Herzrhythmusstörungen hat. Nach einem Herzstillstand kann es mehrere Wochen dauern, bis die Funktion des Gehirn wieder zurückkehrt. Das Hirn ist auch empfindlicher als das Herz. Während sich das Herz unter Umständen leicht wieder beleben lässt, ist das Hirn meistens der limitierende Faktor. Es braucht auch viel länger, bis es wieder normal funktioniert. Und so ist alles, was die Herzfunktion beeinflusst, auch wichtig, wenn wir vom Hirn und seiner Funktion sprechen. Und dann werden wir vom Kreislauf zu sprechen haben, denn das Herz ist seinerseits eingebunden in ein gewaltiges groß- und kleinkalibriges Kanalsystem, das seine eigenen Gesetzmäßigkeiten hat und dessen Regulation dem vegetativen Nervensystem unterliegt. In diesem Kreislauf ist das Herz eine abhängige Größe. Und damit auch das Hirn. Auf dieses Thema werden wir bei der Behandlung des hohen Blutdrucks noch zu sprechen kommen.
zu b) Die Fließfähigkeit des Blutes und die Hirnfunktion

Der Fließfähigkeit des Blutes, also der Viskosität, wird auch heutzutage noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Man verhält sich so, als würde es keinen Unterschied machen, ob ein Pumpsystem Zuckerwasser mit ganz geringer Viskosität oder Honig mit ganz großer Viskosität zu transportieren hätte. Das ist aber ein großer Unterschied, und der Honig wird naturgemäß bei gleich ausgelegter Pumpe ganz einfach langsamer fließen müssen. Ebenso wird die Sauerstoffversorgung des Gehirns darunter leiden, wenn das Blut zähflüssig ist, z.B. weil große Mengen an roten Blutkörperchen vorhanden sind, die wie Mehl in der Milch wirken und die Viskosität quasi bis zu der des Teiges erhöhen. Die hohe Viskosität kann zwar von einem starken Herzen eine Zeit lang überspielt werden, der langsame Fluss des vermehrt viskosen Blutes drosselt aber die Sauerstoffzufuhr und führt nicht zuletzt auch durch die Minderversorgung des Endothels, der Tapetenauskleidung der Gefäße, zu Gefäßschäden mit nachfolgender Arteriosklerose (= Arterienverkalkung).

Eine vermehrte Viskosität (= Fließfähigkeit des Blutes) kann aber auch entstehen, wenn zuviel Eiweiß im Blut ist. Das kann bei einer quantitativen Erhöhung der normalen Eiweiße im Blut anfangen und reicht bis zur enormen Eiweißzunahme mit Herz- und Hirnbelastung beim Plasmozytom (= eine Systemerkrankung mit krebsartiger Zellvermehrung) mit Paraproteinbildung. Und dann kann die Therapie auch nicht nur in der Gabe von Aspirin® bestehen, sondern es muss eine echte Verdünnung des Blutes eingeleitet werden, wie sie nur durch anhaltende kleinere Aderlässe (= Blutentnahmen) über einen längeren Zeitraum gelingt. Wobei Aspirin® in diesen Fällen durchaus nicht falsch sein muss, es ist nur nicht ausreichend. Es ist deswegen auch angezeigt, weil vermehrte Blutdicke eben auch die Gerinnung insgesamt erhöht, schon durch die längeren Transitzeiten.
zu c) Schlaganfall infolge einer Schädigungen des Gehirns durch Blutklumpen und Bröckchen
Die Hauptfrage in der Therapie und Diagnostik ist, wann und warum sich Blutklümpchen bilden und wie größere Embolien (= plötzliche Verschlüsse von Blutgefäßen) entstehen. Blutklümpchen bestehen aus Gerinnungsmaterial also aus Blut und aktivierten Blutplättchen. Sie bilden sich oft bei einem Stau in dem Sammelbecken vor dem linken Herzen, in dem linken Vorhof also, bei einer Herzrhythmusstörung, die als absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern bezeichnet wird. Sie bilden sich, weil der Vorhof sich durch ein Fibrillieren (= unregelmäßiges Zusammenziehen von Herzmuskelanteilen) im gesamten Vorhofbereich nicht mehr kräftig genug zusammenzieht, was er beim Normalrhythmus tut und dadurch der geordnete Ausfluss fehlt. Es bleiben z.B. bestimmte Blutanteile als kleine Turbulenzen zurück, in denen sich die Gerinnung aktiviert, weil die Inaktivierung der Gerinnungsfaktoren durch die Leber ausbleibt. Es verhält sich quasi wie stehendes Blut, das auch gerinnt. Das ist eine der häufigsten Gründe für ein defektes Gehirn im fortgeschrittenen Alter: Emboli (= kleine Blutklümpchen) aus dem linken Vorhof werden ins Hirn geschleudert.
Und da ist eine umfassende Therapie von ganz ausschlaggebender Bedeutung. Auch da genügt das viel gepriesene Aspirin® nicht. Wir haben bei Vorhofflimmern unter Aspirin® allein so viele Schlaganfälle erlebt, dass wir vor dieser alleinigen Therapie warnen müssen. Das kann jahrelang gut gehen, wenn es aber dann eintritt ist es immer zu früh. Als Alternative wird die Marcumar®-Therapie mit relativ hohen Dosierungen durchgeführt. Dazu können wir uns deswegen nicht entschließen, weil die hoch dosierte Therapie mit Marcumar® selbst eine so hohe Nebenwirkungsquote bis hin zur Hirnblutung hat, dass der Gewinn klein erscheint. Aber mit der Kombinationstherapie der beiden, der Kombination von kleinen Mengen von Marcumar® mit ca. 100 oder 50 mg Aspirin® haben wir ausgezeichnete Erfahrungen gemacht. Keiner unserer Patienten hat unter dieser Kombinationstherapie einen zerebralen (= das Großhirn betreffenden) Schaden erlitten, während alle Patienten mit Vorhofflimmern ohne Marcumar® teilweise ganz erhebliche Schäden erlitten haben.

Eine hochdosierte Marcumarisierung lehnen wir wegen der Gefahr der Hirnblutung gerade beim älteren Patienten ab. Ursächlich ist beim Vorhofflimmern immer an die Überfunktion der Schilddrüse zu denken. Aber auch viele andere Konstellationen können zu Vorhofflimmern führen. Immer ist dabei eine vermehrte Druckentwicklung im Herzen zu finden, die durch das Vegetative Nervensystem bei Stress-Reizen vermittelt sein kann oder durch zuviel Volumen, wie sie bei Herzinsuffizienz (Herzschwäche) auftritt. Auch hier wirkt sich eine überhöhte Viskosität schädlich aus.

Seltener werden Thromben, sesshafte Gerinnungsbrocken, bei einem Infarkt an den infarzierten (= abgestorbenen) und entzündeten Wandabschnitten gebildet und lösen sich von dort und kommen als Embolus (= Blutklümpchen) in die Blutbahn. Auch hier empfiehlt sich eine strenge medikamentöse Prophylaxe der eben beschriebenen Art. Gebilde aus Gerinnungsmaterial und Bakterien können sich auch an den Herzklappen lösen, wenn diese entzündet sind im Rahmen einer Herzklappenentzündung (Endokarditis), die nicht selten einer Halsinfektion folgt oder sich bei vorgeschädigten Herzklappen nach einem grippalen Infekt aufpfropfen kann. Der Verdacht muss entstehen, wenn nach einem Infekt das Fieber nicht aufhört. Hier bedarf es des Spezialisten, der die Klappen im Ultraschall sichtbar machen kann. Ganz selten stammen die Brocken auch aus dem venösen Flussbett, wenn sie es schaffen, durch die manchmal durchgängige Scheidewand des rechten Vorhofes nach links zu wandern, wozu bestimmte Druckverhältnisse notwendig sind.

Selten, aber immer wieder vorkommend, sind Myxome, gallertige Tumore, die bevorzugt in den Vorhöfen sitzen und sowohl den Kreislauf erschweren als auch für das Ausschwemmen von Emboli (= Blutklümpchen) verantwortlich sind, wenn Gewebeteile abreißen und mit der Blutbahn auch in das Hirn gelangen können.
zu d) Schlaganfall infolge einer Schädigung des Gehirns durch Gefässspasmus der Hirngefäße
Die Schädigung des Gehirns durch einen zu hohen diastolischen (= Stadium, in dem die Herzkammern mit Blut aufgefüllt werden) Druck, also durch zu enge Gefäße, ist wohl die häufigste Schädigung des Hirns bei hohem Blutdruck. Wir haben den Eindruck, dass es besonders die sensiblen Menschen sind, die von dieser Form der Hirnschädigung heimgesucht werden, obgleich sie ganz häufig ganz viele und stark blutdrucksenkende Medikamente einnehmen.
Wir haben den Verdacht, dass sich bei diesen Patienten der Sympathikus (= zum vegetativen, unwillkürlichen Nervensystem gehörender Nerv) und die starken Medikamente einen erbitterten Kampf liefern mit ungutem Ausgang. Es sind nämlich gerade die stark gefäßerweiternden Medikamente, die den Sympathikus herausfordern müssen, weil er, der Sympathikus, den Teil des Vegetativen Nervensystems darstellt, der für die Engstellung der Gefäße verantwortlich ist.
Eine starke Gefäßerweiterung provoziert den Sympathikus ähnlich wie ein Flugzeug, das in Reichweite der Radarschirme in einen feindlichen Luftraum eindringt. Es zieht sofort die gesamte Flugabwehr auf sich und sieht sich unmittelbar einer starken Bedrohung ausgesetzt. So geht der Sympathikus auf diese Provokation hin hoch und zieht die Gefäße noch stärker zu.
Folglich werden die Medikamente weiter erhöht, ein ständiges Fingerhakeln mit dem „Herren der Gefäßweite" ist vom Zaun gebrochen mit einem unguten Jo-Jo-Effekt. Einmal ist der Sympathikus stärker und einmal sind es die Medikamente.
Und irgendwann einmal dominiert der Herr im Haus und zieht so stark zu, dass das Hirn nicht mehr genug versorgt wird.

Es sind eben gerade nicht die stark gefäßwirksamen Medikamente, die der chronisch Hochdruckkranke braucht. Der Sensible braucht vielleicht gar keine aus dieser Gruppe, sondern vielleicht nur sanft wirksame Beta-Blocker vom Typ des Bisoprolol oder er braucht eine Volumenreduktion (= Verringerung der Blutmenge), damit der Sympathikus nicht auch noch nachts über das HERZ-Innendruck-Syndrom weiter angestachelt wird. Oder er braucht einen zentralen Dämpfer wie die Imidazol-Rezeptorenblocker Cynt® oder Physiotens®. Dabei muss der Grundsatz sein, je sensibler der Patient, um so weniger Medikamente!
zu e) Schlaganfall infolge einer Schädigung des Gehirns durch Blutflüssigkeitsdruck oder direkte Einblutung
Eine ganz wesentliche Ursache für die zu Recht so gefürchtete Hirnblutung ist der hohe Blutdruck. Aber es liegt bei der Hirnblutung eine ganz besondere Form des hohen Blutdrucks vor, die wir Volumen-Hypertonie nennen. Es kann nämlich nur dann zu Blutungen kommen, zum Beispiel auch zu Nasenbluten, wenn durch Flüssigkeit ein starker Druck ausgeübt wird. Dieser Flüssigkeitsdruck führt zunächst einmal zur Dehnung der Gefäße und auch zu einer Druckentwicklung auf die Gehirnschichten. Die Patienten beschreiben in der Regel ein Druckgefühl im Kopfbereich, das nicht selten einher geht mit einem leichten Schwindelgefühl, das sich oft im Liegen verstärkt.
Leider spricht die Volumen-Hypertonie (= krankhafte Erhöhung des Blutdrucks infolge zu großer Blutmenge) schlecht auf die üblichen Medikamente gegen hohen Blutdruck an. Insbesondere können die gefäßerweiternden Mittel verhältnismäßig wenig ausrichten. Das liegt daran, dass eine große Flüssigkeitsmenge nur durch einen überhöhten Blutdruck zu bewältigen ist. Medikamente müssen quasi vom Körper abgefangen und in ihrer Wirkung annulliert werden, weil er es sich bei der vorhandenen Volumenbelastung nicht leisten kann, den Druck abfallen zu lassen. Die Regelkreise stemmen sich sozusagen gegen den Abfall des Drucks, weil ein Kollaps droht, wenn viel Flüssigkeit bewegt werden muss und die Kraft fehlt, weil kein Druck entwickelt werden kann.
Ein sehr gutes Erkennungsmerkmal für die Volumen-Hypertonie (= krankhafte Erhöhung des Blutdrucks infolge zu großer Blutmenge) ist der Blutdruck frühmorgens vor dem Aufstehen. Während der normale Blutdruck, aber auch der Anspannungs-Hochdruck, frühmorgens niedrige Werte aufweist, findet sich bei der Volumen-Hypertonie gerade morgens vor dem Aufstehen ein überhöhter Druck. Das kann ganz extrem sein. Wenn z.B. der Druck im Liegen 195/115 mm Hg misst, kann der sofort nach dem Aufstehen gemessene durchaus nur 140/80 mm Hg betragen. Diese Konstellation ist ein untrügliches Zeichen für eine Volumen-Hypertonie (= krankhafte Erhöhung des Blutdrucks infolge zu großer Blutmenge) und bedarf einer speziellen Therapie, die zur Entlastung des Blut-Volumens (= der Blutmenge) führen muss. Am besten und schnellsten lässt sich diese Entlastung durch Aderlässe (= Blutentnahmen) durchführen. Wir führen den Aderlass am liebsten als „diagnostischen Aderlass" (= kleinere Blutentnahme, um die Wirkung auf die Blutzusammensetzung beurteilen zu können) durch, wie dieses Verfahren von uns genannt wird. Das Verfahren bedient sich der Tatsache, dass sich ein Zuviel von Blutflüssigkeit auch negativ auf das Herz auswirkt und eine Entnahme auch eine Entlastung des Herzens bedeutet. Diese Entlastung wirkt sich positiv auf die Herzkraft aus, was zu einer besseren Diurese (= Harnbildung oder Harnausscheidung) und zu einer relativen oder absoluten Zunahme des Hämatokrit (= Anteil aller roten Blutkörperchen an der Blutmenge) -Wertes 24 Stunden nach Aderlass führt.
Dabei wird zunächst der Hämatokrit kapillar (= haarfeine Blutgefäße betreffend) und venös (= die Blutadern betreffend) vor oder beim diagnostischen Aderlass (= kleinere Blutentnahme, um die Wirkung auf die Blutzusammensetzung beurteilen zu können) abgenommen und mit den Werten 24 Stunden später verglichen. Mit Hilfe eines kleinen Programms werden die Verdünnung oder Konzentrierung in ml im venösen (= sauerstoffarmen Blut) und arteriellen Schenkel (= sauerstoffreiches Blut) getrennt bestimmt. Das Herz wurde entlastet, wenn die Berechnung eine absolute oder relative Konzentrierung ergibt. Das Herz wurde nicht entlastet, wenn die Summe der Verdünnungen in ml in beiden Schenkeln den Wert des Aderlasses in ml übersteigt. Wir haben ein Basic-Programm zur Berechnung der Verdünnung oder Konzentrierung entwickelt, dass sich relativ leicht auf einen kleinen, programmierbaren Taschenrechner adaptieren und bedienen lässt. Man berechnet die Verdünnung bzw. Konzentrierung nach Aderlass nach folgenden Kriterien:
Das effektive Verdünnungsvolumen in einem der beiden Volumenareale ist gleich der Differenz des entsprechenden Hämatokrits vor und 24 Stunden nach Aderlass multipliziert mit der Menge des Aderlasses in ml, dividiert durch den Wert des Hämatokrits vor Aderlass, der um den Hämatokrit-Wert gemindert ist, der sich bei Normalverdünnung ergeben hätte. Der Hämatokrit bei Normalverdünnung ergibt sich, wenn man den Hämatokrit vor Aderlass um den Quotienten vermindert, der entsteht, wenn man das Produkt des Hämatokrits vor Aderlass mit der entnommenen Aderlassmenge in ml durch das zirkulierende Volumen dividiert.
Solange die Berechnung eine absolute (negatives Vorzeichen) oder eine relative Konzentrierung ergibt, solange ist eine Hypervolämie (= vergrößerte zirkulierende Blutmenge) mit negativer Druckentwicklung vorhanden und solange sollte die Aderlass-Therapie fortgesetzt werden. Erst danach ist eine diuretische (= harntreibende) Therapie angesagt, weil sich eine zu frühe Entwässerungstherapie wegen der Verdickung des Blutes hämodynamisch (= die Durchblutung betreffend) negativ bemerkbar machen könnte. Es ist auch für den Behandelnden ein gutes Gefühl, sicher zu wissen, dass der Patient nach dieser Therapie der Hypervolämie keine Hirnblutung mehr bekommen kann. Oftmals, quasi als Nebeneffekt, geht auch der hohe Blutdruck ganz erheblich zurück oder lässt sich unvergleichbar leichter einstellen.
Natürlich sollte noch geklärt werden, wie die Hypervolämie (= vergrößerte zirkulierende Blutmenge) entstanden ist, und es sollte der Versuch unternommen werden, die Ursache anzugehen. Aber oft unterhält sich eine Hypervolämie selbst, indem sie über das Herz-Innendruck-Syndrom den hohen Blutdruck über den Sympathikus stimuliert, der seinerseits die Hypervolämie durch das Auslösen einer Herzinsuffizienz auf den Weg bringt. Wenn die Hypervolämie nicht wieder kommt, waren die diagnostischen Aderlässe Diagnose und Therapie zugleich. Und das ist nicht selten so.
zu f) Schlaganfall infolge einer Hirnschädigung durch Verkalkung der äußeren und inneren hirnversorgenden arteriellen Gefäße
Früher war es ein erhebliches diagnostisches Problem abzuklären, ob die außerhalb des Kopfes gelegenen zuführenden Arterien intakt sind, die das Hirn versorgen. Man war auf langwierige Verfahren angewiesen, bei denen durch Röntgenverfahren und mit Kontrastmittel der Verlauf der Gefäße dargestellt werden musste. Das war nicht immer angenehm. Und so war es ein großer Fortschritt, als mit dem Aufkommen der Dopplerverfahren die Untersuchungen einfacher wurden. Aber erst jetzt kann man die große Halsschlagader (Carotis communis), die innere Halsschlagader (Arteria carotis interna), die äußere Halsschlagader (Arteria carotis externa) und die Vertebralarterien (= Arterien an der Halswirbelsäule) problemlos mit Ultraschall, auch mit Doppier (Geschwindigkeitsmessungen der Strömungen) und Farbdoppler (Darstellung der Strömungsgeschwindigkeiten in Farbe) darstellen und die Untersuchung leicht reproduzieren.
Über die Darstellung der Frequenzgehalte (Frequenzanalyse) lassen sich auch wesentliche zusätzliche Charakteristika für differentialdiagnostische Überlegungen gewinnen. Damit ist ein früher schwieriges Thema leichter zu handhaben. Nicht einfach ist dagegen die Entscheidung, ob bei einer diagnostizierten Verengung (Stenose) in den genannten Gefäßen eine Gefäßerweiterung (Dilatation) oder eine Operation erfolgen sollte oder ob der konservativen Behandlung wie z.B. einer Blutverdünnung oder/und einer Beeinflussung der Gerinnung der Vorzug zu geben ist. Neuerdings ist es möglich, wie im kardiologischen Bereich, nach der Dilatation (= Erweiterung) eine Gefäßstütze setzen zu lassen, was dem Wiederverschluss entgegen wirken soll.

Es ist unstrittig, dass hochgradige Stenosen (= Verengungen) in den Halsschlagadern ein hohes Risiko für einen Schlaganfall darstellen können. Manchmal allerdings kompensiert der Körper enge Stellen durch die Ausbildung neuer Gefäße, so dass auch höhergradige Verengungen oder sogar Verschlüsse erstaunlich gut toleriert werden.
Gegen die Verkalkung der inneren, direkten Hirngefäße ist auch heute noch kein Kraut gewachsen. Allenfalls kann man eine bestehende Arteriosklerose (= Arterienverkalkung) durch eine Kombination aus ASS (Acetylsalicylsäure = Aspirin®) mit kleinen Dosen von Marcumar (1/2 Tablette täglich) aufhalten.
zu g) Schlaganfall infolge einer Schädigung des Gehirns durch Unterzuckerung

Das Gehirn ist hochgradig empfindlich auf Unterzuckerung. Wenn es nicht besonders geschützt ist, können Unterzuckerungen zu erheblichen Schädigungen des Gehirns führen. Dieses Thema berührt vornehmlich die Patienten, die Insulin (= blutzuckersenkendes Hormon der Bauchspeicheldrüse) spritzen ohne adäquat zu essen. Aber auch diejenigen, die, vielleicht auch ohne es zu wissen, eine nächtliche Unterzuckerung erleiden, weil sie noch am Abend, wenn unter Umständen gar nicht mehr viel gegessen wird, Tabletten gegen Zucker einnehmen. Dabei handelt es sich vornehmlich um Sulfonylharnstoff-Präparate aus der Reihe des Glibenclamid, z.B. Euglucon® oder andere wie Amaryl®.
Auf eine nächtliche Unterzuckerung machen in der Regel hohe Zuckerwerte morgens aufmerksam. Dann müssen Zuckeruntersuchungen des Nachturins klären, ob dieser zuckerfrei ist. Dies wäre ein wichtiger Hinweis für eine nächtliche Unterzuckerung. Hinweise können auch nächtliche Stichproben geben, wenn der Patient bei gelegentlichem nächtlichen Wachwerden selbst den Zuckerspiegel im Blut bestimmt z.B. mit dem handlichen One-Touch®-Gerät.
Unerkannte Unterzuckerungen, auch am Tage, sind viel häufiger als angenommen und müssen manchmal nahezu kriminalistisch gesucht werden. Typisch wäre z.B. wenn das jahrelang praktizierte Rasieren nach dem Frühstück nicht mehr gelingt, wenn die Tabletten beim Frühstück eingenommen worden sind. Die Leitschiene muss bei der Diabetes-Einstellung sein, dass Unterzuckerungen dringend vermieden werden müssen. Das Interesse ist aber oft, aus verständlichen Gründen, auf eine möglichst straffe Einstellung gerichtet, weil zu Recht neurologische Schädigungen und Gefäßkomplikationen durch hohe Zuckerwerte vermieden werden sollen. Es gibt aber eine Achillesferse der Zuckereinstellung, die fast unvermeidbar erscheint. Der Zucker wird unter Nicht-Alltagsbedingungen eingestellt. Im Alltag wird dann weitgehend mehr muskulär gearbeitet und folglich mehr Zucker verbraucht, und schon ist die Unterzuckerung da. Unterzuckerungen nach klinischen Aufenthalten sind von daher leider nicht die Ausnahme.

zu h) Schlaganfall infolge einer Hirnschädigung durch Schwermetalle (wie Eisen und Kupfer) oder Gifte
Es wird einfach nicht daran gedacht. Auch bei neurologischen (= nervenbedingten) Ausfällen, die typischerweise mit extrapyramidalen (= bestimmtes Areal im Gehirn betreffenden) Schädigungen wie Gangstörungen einher gehen, wird oft nicht an Schwermetallvergiftungen gedacht, wie sie bei Kupfer- oder Eisenstoffwechselstörungen auftreten können. Dabei sind anamnestisch Eisenstoffwechselstörungen auftreten können. Dabei sind anamnestisch (= die Vorgeschichte betreffend) schon viele Hinweise zu erhalten, weil diese Erkrankungen oft erblich sind. Z.B. finden sich Lebererkrankungen beim Vater, die immer auf Alkohol geschoben wurden, obgleich mit Sicherheit kein Alkoholkonsum vorlag, was nicht geglaubt wurde. Oder es wird von nicht geklärten neurologischen Störungen bei Geschwistern oder auch bei den Eltern berichtet. Wenn man daran denkt, ist die Diagnose schon fast gestellt. Allerdings muss beim Morbus Wilson, bei der Kupferstoffwechselerkrankung, angemerkt werden, dass der Kayser-Fleicher-Ring in der Cornea (= Hornhaut des Auges), der gewöhnlich als Erkennungsmerkmal gelernt wird, nicht wirklich zuverlässig ist, weil er zu selten vorkommt. Auch das Coeruloplasmin (= kupferhaltiges Enzym im Blut), schön wenn daran überhaupt gedacht wird, ist nicht aussagekräftig genug. Manchmal muss es wirklich der Provokationstest mit Penicillamin (Metalcaptase®) sein mit Untersuchung des Anstiegs des Kupfers im Urin.
Da tut man sich bei der Eisenstoffwechselstörung schon leichter. Wenn der Hämatokrit (= Anteil aller roten Blutkörperchen an der Blutmenge) hoch ist und man findet ein hohes Ferritin, ist der Verdacht eigentlich schon ausgesprochen. Wenn dann noch die Genanalyse Mutationen der Allele C282Y oder H63D aufzeigt, ist die Hämochromatose (= "Eisenspeicherkrankheit" infolge Eisenüberladung des Organismus) hochgradig sicher bewiesen. Auch dann bedarf es noch einer großen Geduld, bis der Schaden begrenzt ist, aber es kann endlich ursächlich therapiert werden, Das fängt bei der eisenfreien Diät an und muss mit Aderlässen intensiv unterstützt werden. Beim Morbus Wilson muss die Therapie mit Penicillamin konsequent durchgehalten werden, was bei guter Führung den Erfolg bringt.
Was alles zu den Giften gezählt werden muss, die sich negativ auf die Hirnfunktion auswirken können, lässt sich heute noch nicht sicher sagen. In Anbetracht zunehmender degenerativer Hirnerkrankungen bei Zunahme der Umweltgifte lassen sich aber Zusammenhänge erahnen oder könnten sich vielleicht schon bald als neue Erkenntnisse der Forschung darstellen lassen. Hirnschädigungen, allerdings wohl keine direkten Infarkte oder ganz lokale Hirnschädigungen, sind aber zweifelsfrei bei Alkoholeinfluss anzunehmen, da der Alkohol wohl kein Organ verschont.
zu i) Schlaganfall infolge einer Schädigung durch Einlagerung von Stoffwechselprodukten
Das ist eine Thematik, die auch hier nur unvollkommen dargestellt werden kann. Zu groß ist das Gebiet und zu komplex, als dass es an dieser Stelle schon heute befriedigend abgehandelt werden könnte. Da bedarf es des speziell geschult Forschenden. Vielleicht hier nur soviel: Eiweiß-Elektrophoresen (= Eiweißtrennung mit elektrischem Strom) sollten immer auch im Bild dargestellt beurteilt werden. Es genügt nicht, die Fraktionen zu kennen. Es lassen sich so frühzeitig Gradienten (= fortschreitende Verläufe) erkennen, hinter denen sich Paraproteine verbergen können, die heute über Plasmapheresen oder Plasmaseparationen (= herausfiltern eines Stoffes aus dem Blut) entfernt werden können, bevor Ablagerungen im Hirn stattgefunden haben. Vielleicht wird die Forschung an den degenerativen Hirnsyndromen wie z.B. der Alzheimer-Erkrankung mehr Licht ins Dunkel bringen.
Welches der angesprochenen Probleme das Ihre ist, werden Sie vielleicht schon jetzt vermuten können. Ein einfaches Hilfsmittel stellt die Blutdruckmessung dar, die heute in jeden Haushalt gehört und insbesondere in der Form der Handgelenksmessungen sehr einfach und komfortabel in der Handhabung geworden sind, wobei die neueren, auch recht preiswerten Geräte, durchaus einem hohen Anspruch genügen. Damit sind erstaunlicherweise auch die Apparate gemeint, die ganz preiswert in den Handelsketten angeboten werden.Eine Blutdruckmessung morgens im Liegen, vor dem Aufstehen und vor der Medikamenteneinnahme sollte vorgenommen werden. Dieser Wert muss niedrig sein. Ist dieser Wert überhöht, kann eine Gefährdung bestehen, die in der Nacht eine Hirnblutung hervorrufen kann, das Schlimmste, was passieren kann.


Ist dieser Wert niedrig, z.B. 105/60 mm Hg oder auch noch 120/80 mm Hg ist es unbedenklich. Sollte der Blutdruck nach der Medikamenteneinnahme hoch gehen oder sollte sich danach das subjektives Wohlbefinden verschlechtern, muss neu nachgedacht werden. Man sollte keine Ruhe geben, bis das Problem wirklich zufriedenstellend gelöst ist. Man muss sich dann den Hämatokrit (= Anteil aller roten Blutkörperchen an der Blutmenge) genauer ansehen. Mit der Aussage: „normal" sollte man nicht zufrieden sein. Für wen normal? Für Jan Ulrich, wenn er in den Zwanzigern einen Weltrekord radeln will, ausgestattet mit einem optimal trainierten Herzen. Oder für die junge Frau , die dank ihrer Regelblutungen in aller Welt optimal dünnes Blut haben wird (siehe auch unseren Artikel Frauenherz) oder normal für den Herzkranken, der eine geringe Herzbelastung und damit ebenfalls dünnes Blut haben sollte. Und im übrigen ist der Normalbereich in unterschiedlichen Laboratorien ganz unterschiedlich definiert.

Nein, um mitdenken zu können, brauchen wir den Zahlenwert. Wenn dieser über 44 Prozent ist oder beim Mann unter 40 Prozent, muss im Prinzip schon die Skepsis einsetzen. Niedrige Werte können allerdings gut sein, sie können aber auch durch eine Verdünnung im Sinne einer Herzinsuffizienz hohe Werte sein, die durch Herzinsuffizienz quasi künstlich verdünnt sind. Dann hat der Träger vielleicht zuviel Blutvolumen und ist dann eben doch gefährdet im Sinne einer Hirnblutung. Richtig stark überhöhte Werte allerdings, die sind fast immer hoch pathologisch (= krankhaft) und bedürfen der ständigen Therapie.
Lassen Sie sich da kein X für ein U vormachen.Es würde diesen Rahmen sprengen, weit streuend die notwendigen Einzeluntersuchungen zu beschreiben. Schön wäre es, wenn in ihrer nahen Umgebung der „Doppel-Hämatokrit" oder noch besser der „Diagnostische Aderlass" (= kleinere Blutentnahme, um die Wirkung auf die Blutzusammensetzung beurteilen zu können) schon praktiziert wird.


Wir bemühen uns um die Verbreitung unserer Erkenntnisse, aber es wird schon noch etwas dauern, bis die Informationen alle erreicht haben, die sich darauf einstellen wollen.
Manchmal verbleiben nach einem Schlaganfall schwerbeeinflußbare Halbseitenschmerzen. Mehr über diese Schmerzen und deren Behandlung erfahren Sie hier
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Unser Schlaganfall - Risiko-Checkup umfasst:
Schlaganfall - Risiko Check-Up
•· Untersuchungen hinsichtlich eines möglichen Schlaganfall-Risikos
•· 3 Übernachtungen im Einzelzimmer mit Vollpension
•· Blutdruckprofil über die Dauer des Checkup´s
•· Echokardiographische Untersuchung des Herzen
•· Sonographie der Schilddrüse
•· Duplexuntersuchung der blutzuführenden Hirngefäße
•· Doppelhämatokrit (= arterielle und venöse Blutuntersuchung zur Feststellung des Anteils der roten Blutkörperchen)
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Lesen Sie bitte auch unseren Artikel EKG-Diagnostik
Wir bemühen uns in unserer Klinik, modernste Kardiologie (modernste apparative Technik und Verabreichung modernster Medikamente) mit ganzheitlichen Behandlungsmethoden in Einklang zu bringen. Wir sehen nicht nur das Herz und die Problematik beim Schlaganfall alleine, sondern wir sehen auch den Menschen, der dahinter steht, unter Berücksichtigung seines gesamten Umfeldes ( z. B. seiner Psyche, seiner Arbeit, seiner familiären Situation) und versuchen dies alles in ein ganzheitliches Konzept zu integrieren.

Wir analysieren den "Ist"-Zustand und erarbeiten zusammen mit dem Patienten den optimalsten "Soll"-Zustand.
Mit unserer neuen, sanften, ganzheitlichen Kardiologie und den damit verbundenen feineren Mess- und Therapiekontrollmöglichkeiten sind wir in der Lage, einen Schlaganfall optimal zu therapieren.

 

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